Akutversorgung

Die Akutversorgung ist die zeitnahe Gesundheitsversorgung von plötzlich auftretenden Krankheiten. Die Akutversorgung kann sowohl ambulant, z. B. in einer Arztpraxis, als auch stationär wie etwa im Zuge eines Krankenhausaufenthalts erfolgen. Hier finden Sie einen Überblick über mögliche Tätigkeitsbereiche für Pflegepersonen in der Akutversorgung.

An einem Brustgesundheitszentrum arbeiten Sie mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen wie Chirurgie, Gynäkologie, Onkologie, Radiodiagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Pathologie und Plastische Chirurgie sowie Psychologie zusammen. Alle gemeinsam kümmern sich fächerübergreifend um das Wohl von Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind. Als sogenannte „Breast Care Nurse“ sind Sie für die professionelle pflegerische Begleitung, Unterstützung und Beratung Ihrer Patient:innen verantwortlich. Diese Arbeit basiert auf dem Vertrauen der Betroffenen und zieht sich durch den ganzen Behandlungsprozess inklusive Nachsorge.

Bei bestehenden kognitiven Beeinträchtigungen, also Beeinträchtigungen der Denkleistung, ist das Risiko, zusätzlich eine akute Verwirrtheit (ein sogenanntes „Delir“) zu erleiden, besonders hoch. Sehr häufig tritt so etwas auf, wenn operative Eingriffe durchgeführt werden. Es verursacht schwere Komplikationen, die den Krankenhausaufenthalt verlängern und deshalb viel Leid und hohe Kosten verursachen. Durch ganzheitliche Pflege- und Betreuungskonzepte wird im Zuge des sogenannten „Delirmanagements“ alles darangesetzt, das Delir zu verhindern. Als Pflegeperson im Delirmanagement helfen Sie mit, den Krankenhausaufenthalt sicher und vor allem kürzer zu gestalten. So können Ihre Patientinnen und Patienten schneller wieder gesund werden.

In der Diabetes-Beratung schulen Sie als Diplomierte:r Gesundheits- und Krankenpfleger:in Ihre Patientinnen und Patienten. Sie erklären diesen, wie sie ihren Alltag mit der Stoffwechselerkrankung Diabetes am besten meistern können. Derzeit findet diese Beratung meist mittels Videokonferenz statt. Über ein Video-Telefonat mittels Smartphone-, Tablet- oder Computerkamera bekommen Ihre Patientinnen und Patienten die wichtigsten Informationen zu Symptomen, Blutzuckermessung sowie richtiger Ernährung und Bewegung. Offene Fragen können dabei sofort beantwortet werden. So können Sie Ihre Patient:innen bestmöglich unterstützen.

Nach einem Krankenhausaufenthalt besteht möglicherweise ein weiterer Betreuungsbedarf für die Patientin oder den Patienten. Vielleicht sind ein Rollstuhl, eine Wohnungsanpassung, soziale Dienste oder auch eine kurzzeitige oder längerfristige Pflege erforderlich. Als Entlassungsmanagerin oder Entlassungsmanager beraten und unterstützen Sie Ihre Patientinnen und Patienten und organisieren alles für den Betreuungsbedarf. Gemeinsam entscheiden Sie, welches Versorgungspaket für Ihre Patientin bzw. Ihren Patienten das richtige ist.

Um krankmachende Keime zu finden und mögliche Infektionen zu reduzieren bzw. zu verhindern, erarbeitet der Bereich Hygiene für alle Gesundheitsberufe und Einrichtungen Maßnahmen und Vorgaben. Diese werden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen erstellt. Wenn Sie als Pflegeperson im Bereich Hygiene tätig sind, leisten Sie einen Beitrag, um die Gesundheit des Einzelnen sowie die der Gesellschaft zu erhalten. Gleichzeitig unterstützen Sie dabei, persönliches Leid und Kosten zu reduzieren.

Auf einer Intensivstation werden Patientinnen und Patienten mit vielfältigen Krankheitsbildern betreut. Eine Infektions-Intensivstation ist auf hochansteckende und lebensbedrohliche Erkrankungen wie Ebola, MERS und jetzt auch COVID-19 spezialisiert. Wenn Sie in diesem Bereich Patientinnen und Patienten betreuen möchten, benötigen Sie regelmäßige und spezielle Trainings. Außerdem ist viel Vertrauen notwendig. Als Teammitglied einer Infektions-Intensivstation arbeiten Sie eng mit anderen Berufsgruppen zusammen.

Die Intensivpflege ist ein Teilbereich der Krankenpflege und wird da nötig, wo Intensivmedizin zum Einsatz kommt – auf Intensiv- und Überwachungsstationen. Als Intensivpflegekraft versorgen Sie kritisch kranke Menschen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Dafür brauchen Sie umfassendes pflegerisches Wissen ebenso wie hohes technisches Verständnis für den korrekten Einsatz von komplexen, medizinischen Geräten. Da Sie auch Angehörige in Belastungssituationen betreuen, sind auch sozial-kommunikative Kompetenzen sehr wichtig, damit Sie in diesem Bereich erfolgreich tätig sein können.

Als Diplomierte:r Gesundheits- und Krankenpfleger:in können Sie auch in einem Labor tätig werden. Dort verantworten Sie beispielsweise die Blutabnahme von Erwachsenen und Kindern, die Abnahme von Abstrichen aus verschiedenen körperlichen Regionen sowie das Schreiben von EKGs, mit welchen die Herzaktivitäten der Patient:innen gemessen werden. Als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Außendienst sind Sie für Blutabnahmen und Abnahme von Abstrichen bei Hausbesuchen verantwortlich. Ebenso sind Sie für die Blutabnahme bei Firmen im Rahmen von Gesundenuntersuchungen zuständig.

Als Diplomierte:r Gesundheits- und Krankenpfleger:in auf einer neonatologischen Intensivstation werden kleine Patient:innen entwicklungsfördernd von Ihnen gepflegt.  Bis sich die sogenannten „Frühchen“ zu einem „reifen Säugling“ entwickelt haben, gibt es zahlreiche Hürden zu überwinden. Sie begleiten die kleinen Patientinnen und Patienten und deren Eltern in diesen schweren Zeiten bei psychischen und emotionalen Herausforderungen, aber z. B. auch bei (Not-)Kaiserschnitten und Risikogeburten oder bei medizinischen Problemen beim Baby wie Atemschwierigkeiten oder Herzfehlern. Ebenso sind Sie für das Schulen der Eltern im Umgang mit dem und bei der Pflege des Neugeborenen sowie für die Betreuung der Babyklappe zuständig.

Als Fachkrankenpflegekraft für den OP kennen Sie in verschiedenen Fachdisziplinen alle OP-Abläufe und Verfahren, sind mit hochtechnisierten Geräten vertraut, denken voraus und reagieren auf lebensbedrohliche und schwierige Situationen. Das Wohl Ihrer Patientinnen und Patienten steht dabei stets im Vordergrund.

In der Palliativpflege widmen Sie sich der Therapie von Menschen mit einer unheilbaren, lebensverkürzenden Krankheit. Sie sind für die Linderung von Schmerzen und das Schaffen von Wohlbefinden verantwortlich und sorgen für emotionale und spirituelle Begleitung – sowohl der Patientinnen und Patienten als auch der Angehörigen. Als Palliativpflegeperson sorgen Sie für einen guten Rahmen für persönliche Bedürfnisse, individuelle Abschiede und wertschätzendes Begleiten.

Die Primärversorgung ist die erste Kontaktstelle in der medizinischen Grundversorgung. Grundsätzlich sind Hausärzte und Hausärztinnen die ersten Ansprechpersonen für gesundheitliche Themen. Heute arbeiten diese aber mit anderen Gesundheits- und Sozialberufen eng zusammen. Als sogenannte „Primary Care Nurse“ teilen Sie Ihre Pflege-Fachkenntnisse mit einem multiprofessionellen Team, um gemeinsam Ihre Patient:innen bestmöglich versorgen zu können. Zu Ihren Tätigkeiten zählen dabei unter anderem die Beratung und die Koordination in enger Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsdienstleistern, aber auch praktische Tätigkeiten wie Wundversorgung und körperliche Untersuchungen in einer Praxis und bei Hausbesuchen.

Die Pulmologie oder auch Pneumologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Lungenerkrankungen beschäftigt. Die spezifischen pflegerischen Interventionen an einer Abteilung für Atmungs- und Lungenerkrankungen sind rasches Erkennen, individuelle Unterstützung sowie unverzügliches Krisenmanagement bei akut auftretender Atemnot. Zusätzlich sind Sie als Diplomierte:r Gesundheits- und Krankenpfleger:in in diesem Bereich auch für Gesundheitsberatung sowie die Information, Schulung und Beratung (Patient:innenedukation) zu Atemtechniken verantwortlich. Ihr Aufgabengebiet wird durch psychosoziale Betreuung von chronisch kranken Menschen und Tumorerkrankten bereichert.

Als Diplomierte:r Gesundheits- und Krankenpfleger:in im Wundmanagement betreuen Sie Patientinnen und Patienten mit komplexen, chronischen Wunden. Ihr Ziel ist es, die Wunde unter fachgerechten Bedingungen heilen zu lassen und den Heilungsprozess zu fördern. Jede Wunde wird dabei von Ihnen individuell und der Situation entsprechend versorgt. Durch Wundvisiten, Schulung und Beratung wird ein multiprofessionelles Konzept zur Förderung des Heilungsprozesses erstellt. Dabei geht es um individuelle, lokaltherapeutische Empfehlungen für den stationären Aufenthalt, aber auch um die Betreuung danach.

Wienerinnen und Wiener, die aufgrund eines gesundheitlichen Problems beunruhigt sind, erhalten bei der telefonischen Gesundheitsberatung des Fonds Soziales Wien unter 1450 Rat. Als Diplomierte:r Gesundheits- und Krankenpfleger:in geben Sie den Anruferinnen und Anrufern konkrete Handlungsempfehlungen und informieren über die jeweils richtige Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Die telefonische Gesundheitsberatung Wien ist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche erreichbar.

Stimme aus der Pflege

„Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich und interessant, manchmal emotional sehr belastend, aber die ‚Wunder‘, die man miterleben darf, machen das jeden Moment wert.“

Katja Seper
DGKP/Praxisanleitung neonatologische Intensivstation, Klinik Ottakring

Geeignet für die Pflege?

Betrunken? Hinter lallender Sprache kann auch ein Schlaganfall stecken.

 #WissenSchafftPflege